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  • Bauherrschaft: VZ VermögensZentrum, Zürich
  • Mitarbeit Entwurf: David Brückmann
  • Baumanagement: Christian Bühlmann
  • selektives Einladungsverfahren
PROJEKTBESCHRIEB

Der 1946 von Walter Henauer erbaute Claridenhof verkörpert äusserst typisch die von Otto Rudolf Salvisberg geprägte, urbane Repräsentationsmoderne der 1940er Jahre, wie sie in Zürich in der Gegend zwischen Paradeplatz und Enge häufig ist: zurückhaltend aber sorgfältig gestaltet, solide und für lange Zeit gebaut: Eine Moderne ohne avantgardistische Allüren. Das Projekt versucht, den Dachausbau im Geist der Entstehungszeit des Claridenhofs zu planen und gleichermassen die Firmenphilosophie der Bauherrschaft umzusetzen. Es ist in Entwurf, Materialisierung und Konstruktion einfach, aber hochwertig. Repräsentation entsteht nicht durch auffällige Materialien und Konstruktionen, sondern durch die Sorgfalt in Planung und Ausführung.

Als wichtigste Massnahme wird das historische Treppenhaus so erweitert, dass es nicht mehr in einem engen Dachraum endet, sondern sich zum See hin öffnet. Dazu wird auch das nun vom Treppenhaus aus zugängliche Sitzungszimmer - der vermutlich schönste Raum des Claridenhof - mit dem charakteristischen Tonnendach zur Erschliessung hin geöffnet. Schon vom Treppenhaus schweift der Blick über das Kongresshaus, zum Roten Schloss und zum See. Während die historische Gestaltung des Treppenhauses weitgehend erhalten wie auch dokumentiert ist und so gut weitergebaut werden konnte, war die ursprüngliche Gestaltung des Sitzungszimmers verloren. Die Kassettierung mit polierten und profilierten Aluminiumstäben und einer akustisch aktivierten Stoffbespannung ist eine freie Interpretation der Vorlieben der späten 1940er und frühen 1950er Jahren - keine historisierende Rekonstruktion, sondern eine hoffentlich zeitlose Erfindung.

Zu beiden Seiten des Treppenhauses waren Archivräume angeordnet. Diese wurden zu einem Vortrags- und Schulungsraum sowie zu Meetingräumen umgestaltet. Die Gestaltung des grossen Saals geht vom statischen und räumlichen Rückgrat des Gebäudes aus: der sichtbar belassenen, denkmalgeschützten Betonstruktur. Diese zeigt sich im ganzen Haus, organisiert die Grunrdrisse und prägt auch die Gestaltung des Dachraums. Sie wird inszeniert, indem der mittlere Bereich  bis zum First des Daches geöffnet wird. Von oben flutet Licht in diesen Zwischenraum und ergibt einen grosszügigen und charaktervollen Raum. Die Gestaltungsmittel für diesen Raum wie auch die beiden kleineren Meeting-Räume sind abgeleitet aus dem vorgefundenem Bestand, einem Archivraum: Eine weiss gestrichene Gipsschale, eine weiss gestrichene Betonstruktur, wenige weiss gestrichene Holzarbeiten und ein grauer Euböolithboden.

(Ebenfalls im Claridenhof durften wir 2017 für den Schweizerischen Textilverband Swiss Textiles das Dachgeschoss des Hauses an der Beethovenstrasse 20 ausbauen. Dieser Ausbau ist hier dokumentiert.)

 

  • Der Claridenhof in Zürich in einer historischen Aufnahme

    Der Claridenhof in einer historischen Aufnahme, vorne das Kongresshaus

  • Grundriss Dachgeschoss Bestand

    Ausschnitt aus einem Plan von 1948

  • Grundriss Dachgeschoss neu

    Plan des Endzustandes, möbliert

  • Treppenhaus

    Das bestehende Treppenhaus, das im Dachgeschoss erweitert wurde

  • Treppenhaus 6.OG vor dem Umbau
  • Treppenhaus und Sitzungszimmer

    Das Treppenhaus wurde erweitert und im Sinne des Bestandes weitergebaut

  • neuer Türgriff

    Nach einem Vorbild aus dem Bestand

  • Treppenhaus und Sitzungszimmer

    Das erweiterte Treppenhaus mit dem neuen Sitzungszimmer

  • Treppengeländer

    Der rechte Teil des Geländers war bestehend, der linke Teil ist neu.

  • Details des Türgriffs

    Nach einem Vorbild aus dem Bestand

  • Sitzungszimmer vor dem Umbau
  • Im neu gestalteten Sitzungszimmer

    Blick zum Kongresshaus und See

  • Im neu gestalteten Sitzungszimmer

    Stoffbespannung als Akustikmassnahme

  • Im neu gestalteten Sitzungszimmer

    mit Blick gegen das erweiterte Treppenhaus

  • Schnitt grosser Saal

    Der Dachstuhl wurde im mittleren Bereich, oberhalb der Betonstruktur, nach oben geöffnet.

  • Zustand vor dem Umbau
  • Der grosse Saal

    Umbau des Archivs zu einem Vortrags- und Schulungsraum

  • Stütze und Schreinerarbeiten

    Der Stützenfuss nimmt die nötigen Elektro-Schlaufdosen auf

  • Blick in den Raum

    Umbau des Archivs zu einem Vortrags- und Schulungsraum

  • Detail Stütze

    Der Stützenfuss nimmt die nötigen Elektro-Schlaufdosen auf

  • Blick zum Eingang und zur neu geöffneten, strukturellen Achse

    Umbau des Archivs zu einem Vortrags- und Schulungsraum

  • Lüftungsaulass

    Nach einem Motiv des Bestandes

  • Der grosse Saal

    Umbau des Archivs zu einem Vortrags- und Schulungsraum

  • Der grosse Saal

    Umbau des Archivs zu einem Vortrags- und Schulungsraum

  • Teeküche

    Die raumhaltige Rückwand des Saals ist als Akustikabsorber und als Stauraum ausgeführt.

  • Garderobe und Durchgang Technikraum

    Die raumhaltige Rückwand des Saals ist als Akustikabsorber und als Stauraum ausgeführt.

  • Garderobe und Durchgang Technikraum

    Die raumhaltige Rückwand des Saals ist als Akustikabsorber und als Stauraum ausgeführt.

  • Meetingräume

    Der Raumtrenner ist als Kunst-Vitrine für die Sammlung der Bauherrschaft ausgeführt. Die Lüftung ist darin integriert.

  • Meetingräume

    Das ehemalige Archiv wurde mit transparenten Raumteilern unterteilt

  • Detail

    Schreinerarbeit, Hohlkehle und neues Dachflächenfenster

 
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