Am Samstag fand bei schönstem Sommerwetter die Besichtigung unseres Kindergartens in Zihlschlacht statt. Viele bekannte und ein paar neue Gesichter, interessantes Feedback und Sommerlaune beim Glacéessen. Es war für uns ein sehr schöner Anlass – danke an alle, die gekommen sind!

Herzlichen Dank auch an Verena Licordari von der Schulleitung, die uns mit der schönen Oldtimer-Installation eine grosse Freude bereitet hat!

(Die Nachbargebäude auf dem Luftbild sind nicht aus architektonischen Gründen mit Grasflächen abgedeckt, sondern der Diskretion wegen.)

 

Nichts ist vollkommen hier auf dieser Welt.
Der Rose ist der Stachel beigesellt;
Ich glaube gar, die lieben holden Engel
Im Himmel droben sind nicht ohne Mängel.

Heinrich Heine, «Unvollkommenheit» (erster Absatz)

Man denkt nach, man plant, man zeichnet, man bestellt. Und manchmal wird es dann auch so gebaut, manchmal nicht. Ein geradezu komischer Fall von «manchmal nicht» mussten wir bei unserem Kindergarten in Zihlschlacht erfahren. Für die dicke Stütze beim Eingang hatten wir ein Sockeldetail entwickelt, dass die bei Holzstützen im Aussenraum so unschöne Stelle des unteren Abschluss löst: Die Stütze steht, zumindest optisch, nicht auf einem Metalldorn, sondern auf einem Betonsockel und zwischen Beton und Holz gibt es eine knappe Fuge mit einer unsichtbaren Tropfnase. (vgl. Plan in der Bildergalerie)

Wir dachten an die Kosten und auch an die Kirche im Moor, wo Plečnik aus Kanalisationsröhren ganze Stützen gebaut hat und wählten darum für den Sockel ein Betonfertigteil aus dem Tiefbaubedarf. Diese Betonröhren haben  nicht nur eine sehr präzise Form und Oberfläche, sondern auch eine «Falzmuffe» genannte Eigenheit, die trefflich unserem Zweck entsprach, eine verdeckte Tropfnase auszubilden. Die Form der gedrechselten Stütze haben wir sodann auf den genormten Durchmesser der Kanalisationsröhre abgestimmt, um sie schön bündig, wie es Architektinnen und Architekten so gerne mögen, auf ihren Sockel zu stellen.

Stütze und Sockelrohr wurden geliefert und montiert und es sieht toll aus.

Für den Gartenpavillon, der auf vier Stützen steht und von einem anderen Holzbauer gebaut wird, wollten wir das gleiche Detail in einer verkleinerten Form noch einmal verwenden. Zu schade aber, dass der Holzbauer beim Erstellen seiner Werkpläne nur den Vermerk «Kanalisationsrohr» von unseren Plänen kopiert hatte, nicht aber die entsprechende Bestellnummer. Und so wurde auf der Baustelle kopfschüttelnd ein PVC-Rohr abgelängt, um den Stützenfuss gestellt und mit Beton ausgegossen. Jetzt sitzen die schön gedrechselten Holzstützen auf einem orangen, ausbetonierten, zu dünnen Kanalisationsrohr statt bündig auf dem schönen Betonfertigteil.

Wie die Geschichte ausgeht, wird man an der Besichtigung vom 13.Juli gerne selbst anschauen können.

Unsere Webseite wurde überarbeitet und sollte nun auch auf mobilen Geräten einwandfrei funktionieren. Für Meldungen von Fehlfunktionen, Schreibfehlern und anderen Anregungen sind wir trotzdem dankbar.
Die Rubrik «Aktuell» werden wir in den nächsten Tagen noch mit den Einträgen seit 2018 ergänzen.

Vor allem aber haben wir die Gelegenheit genutzt, den Namen für das Büro so abzuändern, dass das nicht mehr zeitgemässe generische Maskulinum verschwindet. Anstelle von «Lukas Imhof Architekten GmbH» heisst das Büro «Lukas Imhof Architektur GmbH». Die entsprechende Namensänderung im Handelsregister wird in den nächsten Wochen vorgenommen.

Es gibt Tage, an denen unser Beruf schön ist und glücklich macht. Etwa, wenn man in der Werkstatt der bemerkenswerten Firma Kradolfer Gipserhandwerk steht und die Entwicklung der Putztechnik, die für unsere Eingangshalle am Ekkharthof zum Einsatz kommen wird, fast abgeschlossen ist und die Muster all das versprechen, was man sich immer vorgestellt und gewünscht hat.

Wir freuen uns, Euch den Neubau

KINDERGARTEN ZIHLSCHLACHT

zeigen zu dürfen.

Am Samstag, dem 13. Juli 2019, von 13 bis 16 Uhr Kirchstrasse in 8588 Zihlschlacht TG.

Vor dem Kindergarten erwartet Euch ein Glacé-Wagen und kühle Getränke.

Das kleine Haus hat ein paar Eigenheiten, die uns Freude machen: Eine Fassade, die je nach Blickwinkel die Farbe wechselt; 6 verschiedene Niveaus, die sich um ein um 45° gedrehtes Treppenhaus organisieren; eine teilsymmetrische Eingangsfassade mit einer einzigen Stütze, aber zwei Eingangstüren – und einige Fenster in der Form eines seltsam «falschen» Ovals. Auf unserer Webseite ist das Wettbewerbsprojekt dokumentiert und einige (selbstgemachten) Fotos haben wir auch schon hochgeladen.

Den schönen Kindergartengarten hat Markus Cukrowicz gestaltet, die Bauleitung hat Hugo Brüschweiler von der Firma blp gemacht.
Benedikt Profanter hat am Wettbewerb mitgearbeitet, Eva Meisinger, Daniel Aeschbacher und Jana Stratmann an der Ausführung.

Download der Faltkarte zum Ausdrucken und Selberfalten

Am Kindergarten Zihlschlacht ist das Gerüst fast weg – und obschon wir es dutzendfach im 3d simuliert haben, sind wir doch froh, dass der Farbwechsel beim Verändern der Betrachterperspektive auch in Realität so gut funktioniert …

Die ersten Lättli unserer Prismenrasterfassade sind montiert. Das Haus wird durch die Bewegung des Betrachtes seine Farbe ändern. Frontal ist das Haus fast beige, perspektivisch angeschaut werden die Fassaden immer mehr rot.

Zu gerne würde ich behaupten, die Idee stamme von historischen Prismen oder Harfenbildern. Tatsächlich ist sie mir aber beim Betrachten einer Kitschpostkarte gekommen.

Nachtrag: Felix Rutishauser vom Atelier Strut weisst mich auf diese Kunstinstallation, die ich nicht kannte, hin.

Mit einem schwarzen Prototypen des Ekkharthofstuhls von Carlos Wilkening im Fotostudio von Hannes Heinzer.