Am Industriedenkmal weiterbauen
Wenn irgendwo in unserem Lande die Verschmutzung eines Wassers droht oder schon zur Tatsache geworden ist, wo See-, Fluss- und Bachufer der Verschlammung anheimzufallen drohen, muss man den interessierten Gemeinden im Hinblick auf die Kläranlage Uster zurufen: «Gehet hin und tuet also!» (Zeitschrift «Plan», Band 14, 1957)
Als die erst Ausbaustufe der Kläranlage Jungholz in den 1950er Jahren eröffnet wurde, galt sie als pionierhafte Anlage und ihre Hochbauten zeigten sich als sorgfältig gestaltete, zeittypische Infrastrukturarchitektur. (Mehr dazu in diesem Beitrag.)
Seither wurde die Anlage mehrfach um neue Klärstufen, einem Bürotrakt und weiteren Betriebsgebäuden erweitert. Die neuste Etappe – eine komplett erneuerte Schlammbehandlung – wird dieser Tage in Betrieb genommen. Wir durften als Subplaner des Gesamtplanerteams um die Holinger AG die Gestaltung der Bauten verantworten. Die neuen Faultürme orientieren sich stark an den historischen Vorbildern, haben sie doch den exakt gleichen Zweck und eine vergleichbare Konstruktion. Der neuen Klärschlammmenge und Verweildauer gemäss sind sie nun deutlich höher, aber ebenfalls mit einem Verbindungsbau unter dem durchgehenden Vordach gekoppelt. Die bestehenden Faultürme wurden derweilen zu Gasbehälter umgebaut. Der auf dem bestehenden Untergeschoss errichtete Zwischenbau dient als Betriebsgebäude und ist mit einer Photovoltaik-Fassade verkleidet.
Die künstlerische Arbeit nach wie vor von Katja Schenker, welche 2011 am Bauplatz der neuen Faultürme errichtet worden war, wurde im Zuge der Bauarbeiten abgebaut, saniert und neu aufgebaut. Zusammen mit der Künstlerin durften wir ihren neuen Aufstellort bestimmen – und freuen uns sehr über den «schwitzenden Stein» vor unseren Faultürmen.
Hannes Heinzer hat im Frühsommer die Anlage gewohnt präzise und stimmungsvoll dokumentiert. Die neuen Bilder sind auf unserer Projektseite zu finden.
Und im gestern erschienenen Hochparterre ist zu unserer Freude ein schöner Text von Karin Burkhardt zu unserer Erweiterung der Anlage publiziert worden.
Bildnachweise:
Fotografien der neuen Anlage: © Hannes Heinzer, Zürich
Historische Fotografie: © Stadtarchiv Uster
Fotografie Hochparterre: Lukas Imhof Architektur GmbH
























