Architektur ist auch ein Christbaumständer

Den neu geschaffenen Eingangsplatz am Ekkharthof haben wir bewusst leer gehalten – und uns gegen jegliche fest installierte Gestaltungselemente gewehrt. Bänke, Bäume und Brunnen wurden peripher angeordnet. Mit Camillo Sitte – „Das Freihalten der Mitte“ – im Hinterkopf und dem Ziel, eine frei bespielbare Fläche zu gewährleisten, auf der Märkte, Feste, Tänze oder auch mal eine Eisbahn Raum finden können. Und natürlich der in der Region bekannte Weihnachtsmarkt – der, sobald es die Pandemie wieder zulässt – in der Vorweihnachtszeit auf dem neuen Marktplatz stattfinden wird.

Inspiriert vom fest installierten Christbaumständer am Bullingerplatz in Zürich haben wir der Bauherrschaft vorgeschlagen, einen ebensolchen im Platz zu integrieren. So haben wir ein einfaches Betonrohr im Asphalt eingelassen, das mit einem Gussdeckel 11 von 12 Monate im Jahr geschlossen wird und die Nutzung des Platzes nicht behindert. Daneben haben wir einen so genannten Unterflurelektranten versenkt, der den Strom für die Beleuchtung liefert. Alles wurde so angeordnet, dass die wichtigsten Gehwege für Fussgänger, Rollstuhlfahrer, die Anordnung von Marktständen und die Aufstellfläche des Tanklöschfahrzeugs nicht behindert wird, dass der Blick auf den See nicht beeinträchtigt wird, der Baum aber von möglichst vielen Orten zu sehen ist – und nicht zuletzt, dass eine schöne Ensemblewirkung entsteht.

Und obwohl die Vorweihnachtszeit dieses Jahr auch am Ekkharthof ruhiger ist als sonst, steht nun der gewaltige, 13 Meter hohe Weihnachtsbaum wunderbar auf dem Ekkharthofplatz und verbreitet weihnachtliche Stimmung. Manchmal ist es in der Architektur einfach, Möglichkeiten zu schaffen – und so die Realität zu beeinflussen.

Und: Frohe Festtage allerseits!